Stabile Developer Workstation mit Server-Ambitionen

Kennt ihr das noch aus Zeiten von Windows 2000: Bei Microsoft gab es noch die Unterscheidung zwischen einem Client- und einem Server-Kernel. Bekannterweise war der Windows 2000 Server Kernel stabiler als der von Windows 2000 Workstation. Der Grund war u.a. der, dass es im Workstation Produkt diverse Shims gab, die u.a. für Kompatibilität auch zu älteren Produktversionen verantwortlich waren. Auf einem Server kommt es in erster Instanz aber auf Stabilität und Geschwindigkeit an. Entsprechend gab es seit jeher unterschiedliche Kernel, die Microsoft später aber doch zusammengefasst hat. Für die Client-Benutzer ein Segen, denn auch sie kamen nun in den Genuss so richtig stabiler Betriebssysteme.

Für die Server-Benutzer sollte das aber nicht dazu führen, dass sie statt einer aufgeräumten, performanten Serverumgebung sich nun auf einmal auch in einer "Klicki-Bunti" Welt zurecht finden sollten. Daher werden seitdem verschiedene Features der Client-Versionen in den entsprechenden Serverprodukten abgeschaltet, bzw. gar nicht erst installiert.

Für uns Entwickler wiederum aber interessant sind Serversysteme dennoch. Denn sie gelten weiterhin als stabile Systeme, die darüber hinaus natürlich auch über Rollen verfügen, die dann und wann für uns in der Entwicklung gerade von Business Applikationen wichtig sein können. Was läge also näher, als sich ein System zurechtzukonfigurieren, das auf einem Windows Server Produkt basiert, sich aber "anfühlt" wie ein Client-System?

Windows Server 2012 Workstation

Den Gedanken hatten auch andere und so gibt es seit Windows 2000 Anleitungen, wie man ein Server-OS derart konfiguriert, dass es das vom Client her bekannte Look&Feel besitzt. Inklusive Klicki-Bunti. :)

Während uns Windows 2000 eher nicht mehr interessiert, findet sich entsprechend auch für Windows Server 2012 eine entsprechende Anleitung, die ihr hier findet: http://www.win2012workstation.com/.

Darin wird Schritt für Schritt erklärt, wie sich folgende Features nachinstallieren, bzw. konfigurieren lassen:

  • Treiber, Sprache, Computername und Informationen zu dem Besitzer des Systems
  • WLAN Konfiguration und Sound
  • Deaktivieren von STRG-ALT-ENTF beim Login, der Passwort Restriktionen und des eher lästigen Shutdown-Event-Trackers
  • Deaktivieren der IE Enhanced Security (ESC)
  • Konfiguration des Systems für performante Apps (standardmäßig liegt der Fokus im Server OS eher bei performanten Systemdiensten)
  • Themes, Aero Cursors (Endlich! Klicki Bunti!)
  • Windows 8 Modern UI Apps, die Default Apps und der Windows 8 IE
  • Ausschalten der Data Execution Prevention (DEP) und Structured Exception Handling Overwrite Protection (SEHOP)
  • u.v.m

Converter

Falls der Aufwand für den einen oder anderen zu hoch ist, gibt es gute Neuigkeiten: Ein Team von Enthusiasten hat einen Converter entwickelt, mit dem sich die Schritte automatisieren lassen. Somit ist ein Windows Server 2012 nach der Initialinstallation (die ja selbst nur noch ein Klacks ist) im Nu in ein Workstation-artiges System verwandelt: http://www.win2012workstation.com/converter/.   

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Über die Autoren

Christian Jacob ist Leiter des Geschäftsbereiches Softwarearchitektur und -entwicklung und zieht als Trainer im Kontext der .NET Entwicklung sowie ALM-Themen Projekte auf links.

Marcus Jacob fokussiert sich auf die Entwicklung von Office-Addins sowie Windows Phone Apps und gilt bei uns als der Bezwinger von Windows Installer Xml.

Martin Kratsch engagiert sich für das Thema Projektmanagement mit dem Team Foundation Server und bringt mit seinen Java- und iOS-Kenntnissen Farbe in unser ansonsten von .NET geprägtes Team.

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