Visual Studio… jetzt doch “on the go”!

Erinnert sich noch jemand an den Marketing-Gag von Microsoft vom 1.4.2010? Gezeigt wurde auf Youtube ein Video, das eine mobile Version vom Visual Studio 2010 auf einem Windows Phone zeigt (wir berichteten). Das Beispiel “Hallo Welt!” wurde in atemberaubendem Tempo direkt auf dem Smartphone entwickelt und dabei begleitet mit den Worten:

Nutzen Sie Gestensteuerung. Programmieren Sie jede beliebige Anwendung mittels 14.000 leicht merkbaren Gesten.

Spätestens hier war klar: Ganz so ernst, wie der Sprecher aus dem Off klingt, konnte das nicht gemeint sein. In Zeiten von Intellisense sind wir doch froh, wenn wir uns wenigstens die Schlüsselwörter unserer Lieblingsprogrammiersprache merken können. Aber auch im Nachhinein lohnt sich ein Blick auf das Video, denn zum einen scheint es nicht nur das neue Visual Studio 2012 “PowerPoint Storyboarding” inspiriert zu haben, zum anderen wurde es mittlerweile sogar von der Realität eingeholt.

Weil es so schön war…

Ein Vergleich zum neuen Visual Studio 2012 Feature “PowerPoint StoryBoarding” drängt sich z.B. durch eine der Sessions aus der Visual Studio 2012 Evolution auf. Im Clip “Effiziente Teams mit TFS 2012” zeigt Chris Binder eine End-To-End Story aus dem virtuellen Unternehmen Fabrikam, bei der u.a. auch Mockups des Windows Phone einbezogen werden.

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On the go. Reimagined.

Besonders spannend ist nun aber, dass nicht einmal zwei Jahre später mit der Windows Phone App touchdevelop ein Programm aus dem Microsoft Research Lab den Weg in die Freiheit gefunden hat, das so gigantisch ist, dass wir in Zukunft sicher noch das ein- oder andere Mal davon berichten werden. Nur so viel vorab: Auch ohne 14.000 leicht merkbare Gesten lassen sich mit touchdevelop direkt auf dem Windows Phone Anwendungen entwickeln, die Zugriff auf das gesamte Gerät inklusive seiner Sensoren hat, mit Events umgehen kann und schlussletztlich es auch ermöglicht, die Lösungen in die Cloud hochzuladen.

Von dort wiederum können andere Anwender touchdevelop Apps über einen integrierten Marketplace direkt auf ihr Gerät herunterladen und wenn gewünscht auch als Kacheln auf dem Hauptbildschirm ablegen. Neben der Möglichkeit, Anwendungen sogar in den Windows Phone Marketplace zu bringen, so dass Anwender sie auch ohne touchdevelop nutzen kann, wurde vor kurzem sogar eine Web App Preview Version von touchdevelop vorgestellt. Sie läuft aktuell unter Windows 8 im IE10 (und einigen anderen Browsern) und bietet nahezu die gleiche Experience wie die Windows Phone Variante, überträgt dabei das Konzept aber auf den Desktop, das Tablet oder sogar den touchfähigen Flatscreen an der Wand. Wir sind uns sicher: touchdevelop wird sich auf dem Microsoft Surface großer Beliebtheit erfreuen. Außerdem können die Apps nun sogar im Windows Store für Windows 8 bereitgestellt werden.

Die gesamte touchdevelop Story zeigt dieses Video sehr eindrucksvoll:

 

Windows Phone 8 – Alles wird gut!

Seit geraumer Zeit wird darüber geredet und spekuliert, was sich mit Windows Phone 8 alles ändern wird. Bekannt ist seit längerem, dass der in die Tage gekommene Windows CE Kernel durch den Windows 8 Kernel ersetzt werden soll, ein logischer Schritt. Plant Microsoft doch sämtliche Plattformen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und somit die Interoperabilität zu maximieren (ein kleiner Seitenhieb auf die stark fragmentierte Android-Welt sei hier einfach erlaubt). Doch es stellt sich die Frage, wie dieser Wechsel vollzogen und wie groß der Kollateralschaden wird…

Im Wesentlichen gibt es dazu bisher folgende Aussagen:

  • Windows Phone 7 (WP7) wird nicht auf Windows Phone 8 (WP8) aktualisiert werden können
  • WP7 bekommt ein Feature-Update und erhält somit zumindest die WP8 Features, die zu WP7 kompatibel sind
  • WP7 Apps werden auf WP8 funktionieren (keine Anpassungen notwendig)

Nüchtern betrachtet ist die Welt also vollkommen in Ordnung

WP8 wird einige hardwareabhängige Funktionen mit sich bringen, die ihr volles Potenzial erst auf einem neuen Gerät entfalten können. Diese Features hätte Microsoft bei einem Update auf WP8 ausblenden müssen. Außerdem stellt sich wieder das Problem, dass hier ein neues OS mit neuem Kernel auf Legacy Hardware unterstützt werden müsste. Das ist nicht unbedingt wartungsfreundlich und macht die Welt mit Sicherheit nicht einfacher. Die bisherigen Verkaufszahlen sind dabei außerdem gering genug, dass Microsoft auf diesen Schritt aus wirtschaftlicher Sicht verzichten sollte, um sich stattdessen mehr auf die eigentlichen Features zu konzentrieren. Warum dann nicht einfach die WP8-seitigen Features nehmen, die mit WP7 Hardware kompatibel sind und als separates OS Update herausbringen? Aus meiner Sicht ist das ein absolut logischer und vernünftiger Schritt in die richtige Richtung. Chapeau Microsoft!

Hinzu kommt, dass sämtliche bisher veröffentlichten Apps auch weiterhin funktionieren werden, wo ist also das Problem? Ganz einfach:

Transparenz & Kommunikation

Seit Monaten ist bekannt, dass WP8 auf dem Windows 8 Kernel aufsetzt und ebenso lange herrscht Unsicherheit darüber, was dies für die Entwickler bedeuten wird. Warum wird hier nicht gleich offen kommuniziert, um gar nicht erst so eine massive Unsicherheit entstehen zu lassen? Warum wird statt dessen zuerst bekannt gegeben, dass ein Update möglich ist, dann wieder dass es nicht möglich ist, um dann zuletzt bekannt zu geben, dass es ein Feature-Update geben wird? Für die Entwickler herrscht hier keine Transparenz, sondern Unsicherheit und für die Käufer der Geräte ist es nicht anders. Warum sollte zum jetzigen Zeitpunkt ein WP7 gekauft werden, wenn in ein paar Monaten WP8 herauskommt auf das nicht aktualisiert werden könnte? In den meisten der Fälle wird es wohl dank des Feature-Updates keine Probleme geben, wobei das natürlich von den WP8-spezifischen Updates abhängig ist.

Microsoft stand sich durch gefühlt planloses Vorgehen selbst im Weg, statt einfach frühzeitig Entwarnung zu geben. Dabei ist die Lösung nachvollziehbar und zeigt, dass die ganze Aufregung eigentlich umsonst war.

Wenn Apollo (nebenbei bemerkt war die Apollo 8 im Jahre 1968 der erste bemannte Flug zum Mond) nun also nicht von den Entwicklern und Benutzern sprichwörtlich auf den Mond geschossen werden, sondern stattdessen eher den Mond erobern soll, dann täte Microsoft gut darin, in Sachen Windows Phone Öffentlichkeitsarbeit noch eine Schippe draufzulegen. Es bleibt nun also zu hoffen, dass die Windows Phone Summit am 20.6.2012 endlich Licht ins Dunkel und Ordnung ins Chaos bringt und somit die offenen Fragen z.B. nach der Zukunft für Zune in Windows 8 klären wird.

Der Neue und das Windows Phone…

Verkaufsstart des neuen iPads, der ideale Moment um sich über etwas völlig anderes zu unterhalten!

profilbild_twitDer geneigte Leser dieses Blogs wird sofort merken: “Das ist ja gar nicht der Christian, der da schreibt!” Stimmt, ich bin der Marcus, ebenfalls Mitarbeiter der TOP TECHNOLOGIES CONSULTING GmbH im Bereich der Softwarearchitektur und -entwicklung und werde von nun an hier und da ein paar Beiträge beisteuern. Meine Themenschwerpunkte werde vermutlich in Richtung Windows Phone Development und Windows Installer XML gehen aber wie so oft sind Ziele dazu da, um angepasst zu werden. Lassen wir uns also gemeinsam überraschen, was alles kommen wird. 

 
Da bin ich doch vor 2 Wochen mit 2 Kollegen in Darmstadt auf der BASTA! Spring 2012 gewesen, um unter anderen einen sehr guten Windows Phone Workshop von Max Knor zu besuchen und treffe da natürlich auch wieder Dariusz Parys. Er trug an dem Abend ein Shirt mit dem “I love Windows Phone” Branding. Leider konnte er mir so ein Shirt nicht organisieren, dennoch hat es mich irgendwie inspiriert mit dem Thema Entwicklung für Windows Phone endlich einen entscheidenden Schritt voran zu kommen. Ich nutzte damit die Woche, um neben der Konferenz auch an meiner ersten App zu schreiben, die sich auch allmählich der Vollendung nähert. Weitere Informationen dazu in den nächsten Wochen.

Controls für die Welt

Eine vernünftige App Entwicklung bedarf natürlich auch einigen vernünftigen Controls und insbesondere einer vernünftigen Dokumentation, wie diese zu verwenden sind. Auf der Suche danach landet man für gewöhnlich beim “Silverlight for Windows Phone Toolkit”. Ohne dem Toolkit ist die Windows Phone Entwicklung gefühlt unmöglich, da die Control-Basisausstattung dem Kühlschrank eines Studenten entspricht: “Voller Hoffnung bald gefüllt zu werden”.

Um die dann aufkommende Frage zu beantworten, wie die Controls denn überhaupt eingesetzt werden, bietet sich das aktuellste – kostenlose – Ebook “Windows Phone Toolkit In Depth 2nd edition” von Boryana Miloshevska an. Das Buch versteht sich selbst als ein umfassendes Begleitwerk für jeden, der an Silverlight für Windows Phone Entwicklung interessiert ist und dafür das genannte Toolkit verwendet. Es werden sämtliche Controls in aller Tiefe beschrieben:

  • Was können sie
  • Wie werden sie eingebunden
  • Best Practices für die Verwendung
  • Beispielcode

...und alles for free! Wer ernsthaft Apps für Windows Phone entwickeln möchte, kommt um dieses Buch eigentlich gar nicht herum, mit Ausnahme er ist gewillt sich die Nächte mit Bing und Co. zu vertreiben, um sich das Wissen manuell anzueignen.

Wenn Metro draufsteht, sollte auch Metro drin sein!

Controls und das Wissen wie sie implementiert werden ist in der Windows Phone Welt aber nicht das Einzige was man braucht um Apps zu schreiben, die sich einfach gut anfühlen. Microsoft hat mit Windows Phone Metro eingeführt; für die Einen eine Richtlinie, die auf Jack Sparrow Art mal mehr oder weniger gut umgesetzt wird, für die Anderen beinahe schon ein Lebensgefühl.

Wer Metro sieht, weiß sofort dass es Metro ist, es besticht durch seine Leichtigkeit und Übersichtlichkeit. Man hört auch immer wieder, dass jetzt jeder hübsche Apps entwickeln kann, weil Metro dafür ganz von alleine sorgt, aber genau da wird Jack Sparrow zum Piraten, denn wer sich nicht an die Standards hält, hat ganz schnell eine App produziert, die eben doch gruselig aussieht. Metro-ähnlich aber irgendwie nicht so ganz.

Jeff Wilcox hat dafür einen Metro Designguide für Entwickler veröffentlicht, der wunderbar zusammenfasst woran man alles denken sollte, wenn seine App zum richtigen Metroversum gehören soll. Ich habe mich bei meiner App auch zunächst gefragt, warum die Texte eigentlich so weit links sind und nicht bündig dort, wo ich sie erwartet hätte. Muss ich etwa die Margins verändern? Nein! Einfach das Style Attribut des TextBlock Controls anpassen und auf “PhoneTextNormalStyle” setzen und schon ist der Text dort, wo er hin gehört. Jeff hat hier sehr viele Themen zusammengefasst und auf einer Seite veröffentlich, die sich auch prima ausdrucken lässt, was bei der offiziellen Microsoft Dokumentation aufgrund ihrer vielen Subpages eher aufwändig ist.

Zusammengefasst ...

...lässt sich also sagen, dass der ambitionierte Windows Phone Entwickler anfangen wird Spaß zu haben, wenn die ersten guten Rezensionen für seine App eingehen. Hält er sich an die Design Standards, dann wird dies alleine dadurch schon sehr schnell passieren. Alles was er somit braucht sind das Windows Phone Toolkit, das dazugehörige Ebook und der Metro Designguide – “Zum Mitnehmen bitte!”  ;-)

Kostenloses EBook: Programming Windows Phone 7

Eine mit Sicherheit spannende Informationen für alle, die den MSDN Newsletter nicht beziehen oder ihn ungelesen im Papierkorb verschwinden lassen:

Charles Petzold hat vor kurzem auf msdn.com sein neues Buch zur Programmierung von Windows Phone 7 komplett zur freien Verfügung kostenlos zum Download ins Netz gestellt. Es umfasst 24 Kapitel mit um und bei 1.000 Seiten und beschäftigt sich mit Themen wie:

  • Touch
  • Sensors
  • Bitmaps, Vector- / Rastergraphics
  • Silverlight, XNA
  • Databinding
  • Animations
  • und vieles mehr

 

Um das Team von Windows Phone 7 zu zitieren:

"Yes, Programming Windows Phone 7 is truly a free download, but for those readers who still love paper—as I certainly do—this book will also be available (for sale) divided into two fully-indexed print editions: Microsoft Silverlight Programming for Windows Phone 7 and Microsoft XNA Framework Programming for Windows Phone 7. [Note from Devon: we should have these ready for order in December 2010.]"

[Update] Folgende Tools sind unter Garantie spannend für alle Windows Phone 7 Entwickler

 

AccelKit - Mit Webcam und Augmented Reality den Beschleunigungssensor simulieren

MultiTouchVista - Mit zwei Mäusen Multitouch simulieren

GPS Simulator - Mit Bing Maps GPS Daten ans Windows Phone schicken

Über die Autoren

Christian Jacob ist Leiter des Geschäftsbereiches Softwarearchitektur und -entwicklung und zieht als Trainer im Kontext der .NET Entwicklung sowie ALM-Themen Projekte auf links.

Marcus Jacob fokussiert sich auf die Entwicklung von Office-Addins sowie Windows Phone Apps und gilt bei uns als der Bezwinger von Windows Installer Xml.

Martin Kratsch engagiert sich für das Thema Projektmanagement mit dem Team Foundation Server und bringt mit seinen Java- und iOS-Kenntnissen Farbe in unser ansonsten von .NET geprägtes Team.

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