Frustfreie Web.config auch im Team

Eine sehr nützliche Funktion im Visual Studio und MSBuild ist die Möglichkeit, bei der Veröffentlichung von Webseiten die Web.config entsprechend der gewählten Zielkonfiguration automatisch anpassen zu lassen. Der Vorgang nennt sich Transformation und beschreibt im Prinzip nichts weiter als anhand von Transform-Dateien die Web.config zu verändern. Das Prinzip ist identisch mit der bekannten Xml Transformation mittels XSLT (in Visual Studio heißt nur alles wieder mal anders).

Während das Konzept beim Web-Publishing bereits sinnvoll ist (um z.B. für Debug, Release, Stage, etc. unterschiedliche Konfigurationen parat zu haben), wäre der Einsatz während der Entwicklung selbst allerdings genauso praktisch. Beispielsweise könnten einzelne Teammitglieder unterschiedliche lokale Entwickler-Datenbankinstanzen haben, die sich auf die ConnectionStrings in der Web.config auswirken. Das Problem, das daraus i.d.R. entsteht, ist, dass jeder Entwickler die Web.config bei sich lokal anpasst und dadurch auscheckt. Sollte sie dann “aus Versehen” mal mit eingecheckt werden, klappt bei anderen Entwicklern im Zweifelsfall die Datenbankverbindung nicht mehr, sobald sie ihren Workspace aktualisieren. Im schlimmsten Fall werden dadurch Basisänderungen an der Web.config überschrieben wenn man nicht aufpasst.

Die Lösung für dieses Problem wäre, jedem Entwickler eine eigene Transform-Datei bereitzustellen und dafür zu sorgen, dass personenabhängige Einstellungen ausschließlich darin stattfinden. Dazu muss die Web.config allerdings zur Compilezeit generiert werden und darf zudem nicht mehr Teil der Quellcodeverwaltung sein.

Wie das im Einzelnen funktioniert zeigt folgende Schritt für Schritt Anleitung:

Das Publishing Target und die Config Transformation lokal konfiguriert

Microsoft Technical Summit 2014 - Pre-Review und ein Announcement!

Diese Woche findet vom 11.11.2014 bis zum 13.11.2014 in Berlin die Technical Summit 2014 statt. Microsoft hat bekannter Weise die Visual Studio Evolution mit der TechNet Conference zusammengelegt und lädt diese Woche für drei Tage Softwareentwickler und IT Infrastrukturspezialisten gemeinsam ein, von Experten aufregende und z.T. neue Technologien vorgestellt zu bekommen. Die Agenda zeigt dabei nicht nur einen Querschnitt durch alle relevanten Technologien, sondern auch das Who is Who der Speaker-Szene.

Die angebotenen Sessions bewegten sich inhaltlich von Einstiegs-Themen bis hin zu Deep Dives und auch zukunftsorientierten Bereichen wie IoT (Internet of Things) und Application Insights (im Zusammenhang mit Predictive Analytics und den entsprechenden Angeboten via Microsoft Azure).

Uns hat die Konferenz sehr gefallen und wenn wir auch nicht die ganze Zeit da waren, konnten wir den Dienstag immerhin nutzen, um ebenfalls als Speaker dem interessierten Publikum erneut das Microsoft Mocking Framework Fakes näherzubringen. Nachdem wir einige technische Hürden genommen haben (merke: Immer einen Displayport-Adapter dabei haben), konnten wir neben einer kleinen Historie einen umfangreichen Einstieg in Microsoft Fakes liefern inkl. spannender Informationen über Microsoft Pex. Pex hat im Zusammenspiel mit dem Fakes-Vorläufer Moles das Leben eines Softwareentwicklers beim Schreiben von Unit Tests enorm erleichtert. Die Pex Engine ermöglichte es, Codepfade automatisch analysieren zu lassen, um auf der Basis sogar Grundgerüste für sinnvolle Unit-Tests zu generieren. Microsoft sprach bei Pex (Program Exploration) von einem Whitebox Testing Tool. 

Announcement

Durch die Produktifizierung von Moles ist Pex lange Zeit auf der Strecke geblieben. Bis vor kurzem gab es lediglich ein kostenlos erhältliches Addin über die Visual Studio Gallery, das auf die Pex Engine aufsetzt und mit Visual Studio 2013 kompatibel ist. Code Digger - so der Name - stellte einen eingeschränkten Funktionsumfang von Pex zur Verfügung.

Zusammen mit der heutigen Ankündigung von Visual Studio 2015 und der neuen Community Edition (die die Express SKU ersetzt) wurde angekündigt, dass Pex nachzieht! Microsoft spricht an dieser Stelle von Smart Unit Tests und dieses Feature ist großartig!

With Visual Studio 2015 preview, we have introduced Smart Unit Tests. Explore your .NET code to generate test data and a suite of unit tests. For every statement in the code, a test input is generated that will execute that statement. A case analysis is performed for every conditional branch in the code. For example, if statements, assertions, and all operations that can throw exceptions are analyzed. This analysis is used to generate test data for a parameterized unit test for each of your methods, creating unit tests with maximum code coverage. Then you bring your domain knowledge to improve these unit tests.

Details dazu wie das funktioniert, finden sich hier und in den kommenden Tagen auch auf diesem Blog.

Wir gehen jetzt erst einmal feiern!

Update

Vielen Dank an Tao Xie, dem dritten im Bunde hinter Microsoft Pex & Fakes neben Nikolai Tillmann und Jonathan "Peli" de Halleaux, für die Veröffentlichung eines spannenden Dokuments mit Informationen zum Migrationspfad von Pex zu Fakes und Code Digger (Jetzt: Smart Unit Tests). Das kostenlose Dokument gibt es hier zum Download.

Stakeholder an die Macht – Projektbeteiligte erhalten kostenlosen Zugriff auf Visual Studio Online

Brian Harry berichtete nach der Early Adopter Phase Anfang Juli bereits davon, dass viele Projektzuordnungen von Mitarbeitern wieder aufgehoben wurden. Der Zusammenhang mit dem Ende der Einführungszeit war offensichtlich: Zuvor war der Zugriff kostenfrei, nun konnten “nur noch” bis zu fünf Nutzer gratis Visual Studio Online nutzen.

Da Microsoft allerdings erhöhten Reibungsverlusten in den Entwicklungsprojekten zuvorkommen möchte, hat Brian angekündigt, mit der Stakeholder Rolle eine neue Lizenz einzuführen, die es einer praktisch unlimitierten Anzahl Projektbeteiligter ermöglichen soll, weiterhin kostenfrei auf den gehosteten Team Foundation Server zuzugreifen und in allen für ihre Arbeit relevanten Belangen zu nutzen.

Assigning a stakeholder license

 

Als Stakeholder können Nutzer nun gegenüber der früheren Work Item Only View folgendes:

  • Die Projekt Homepage betrachten
  • Auf die meisten arbeitsrelevanten Funktionen zugreifen
  • Das Backlog einsehen
  • Einträge hinzufügen und bearbeiten
  • WorkItem-Abfragen erstellen und ausführen
  • Benachrichtigungen abonnieren

Aus unserer Sicht ist Microsoft mit der Einführung der Stakeholder Lizenz in VSO ein ganz großer Wurf gelungen, deren Umsetzung extrem schnell nach der initialen Ankündigung realisiert werden konnte. Dass diese Funktion mit dem kommenden Update sogar in weniger als einem halben Jahr danach On Premise verfügbar sein wird zeigt die enormen Vorteile der neuen Rapid Release Strategie von Microsoft.

Mehr Informationen darüber, welche Funktionen und Möglichkeiten den Projektbeteiligten nun offen stehen, finden sich auf der eigens dazu eingerichteten Landing Page.

Noch immer ein Geheimtipp? Microsoft Fakes auf der #dwx14

Mittlerweile sollte eigentlich jeder, der mit Visual Studio arbeitet, vom Microsoft Fakes Isolation Framework wissen. Es ist zwar noch immer lediglich in der Premium und der Ultimate SKU integriert, dafür aber arbeitet es nahtlos mit dem Visual Studio zusammen und ermöglicht wahre Zauberkunststücke beim Testen von .NET Komponenten. Im Vergleich zu bekannten Mocking Frameworks wie z.B. Rhino Mocks, moq oder NSubstitute verzeichnet Google Trends immerhin ein Ansteigen der Suchanfragen im Zusammenhang mit Microsoft Fakes.

Das Interesse an Rhino Mocks scheint demnach eher abnehmend zu sein sein, moq - eines der ältesten Frameworks - hält sich seit ca. 2011 auf konstant hohem Level. Das Interesse an Fakes schwankt zwar, bewegt sich aber immerhin auf gleichem Level wie das an NSubstitute, das seit Ende 2011 kontinuierlich steigt.

In dieser Session auf der #dwx14 wird den Interessierten und Einsteigern in dieses Thema ein erster Einblick gezeigt, so dass im Anschluss mit ungebremster Motivation von egal welcher Richtung nach Microsoft Fakes migriert werden kann. :)

 

Phänomenal! Visual Studio 2013 ALM Virtual Machine und die ersten Hands On Labs!

Brian Keller, Principal Technical Evangelist bei Microsoft, hat vor wenigen Tagen die Verfügbarkeit der neuen virtuellen Maschine bekanntgegeben, die mit einem vorinstallierten Visual Studio 2013 daherkommt. Das Image enthält eine vollständige ALM (Application LifeCycle Management) Infrastruktur und setzt sich zusammen aus

  • Windows Server 2012 Standard (Eval)
  • Visual Studio 2013 Ultimate (Preview)
  • Team Foundation Server 2013 (Preview)
  • Office Professional Plus 2013 (Word, PowerPoint, Excel, Outlook)
  • Visio Professional 2013
  • InRelease Server und Deployers!

Darüber hinaus wurden Beispielnutzer eingerichtet, mit denen die Hands On Labs durchgegangen werden können. Die Links zu den entsprechenden Downloads finden sich im Blogartikel von Brian.

Bereits jetzt gibt es drei Labs, die einem neue ALM Szenarien näher bringen sollen:

  1. Getting started with Git using Team Foundation Server 2013
  2. Getting started with InRelease for Visual Studio 2013
  3. New Collaboration Experience for Development Teams using Team Foundation Server 2013

Während in den letzten Monaten besonders die Git Unterstützung durch Visual Studio hervorgehoben wurde, ist mit Sicherheit besonders das Lab run um InRelease als außergewöhnlich zu bezeichnen. Microsoft hatte kürzlich erst (zur TechEd) die Übernahme der Software aus dem Hause InCycle angekündigt und wird das Release Management Werkzeug nun in die Palette der eigenen ALM Werkzeuge aufnehmen.

Übrigens:

Als Microsoft ALM Partner stehen wir natürlich zur Verfügung, wenn Interessierte Unterstützung bei der Evaluation vom Team Foundation Server benötigen oder ein Migrationsprojekt auf die aktuellste Version planen. Sprechen Sie uns an!

Über die Autoren

Christian Jacob ist Leiter des Geschäftsbereiches Softwarearchitektur und -entwicklung und zieht als Trainer im Kontext der .NET Entwicklung sowie ALM-Themen Projekte auf links.

Marcus Jacob fokussiert sich auf die Entwicklung von Office-Addins sowie Windows Phone Apps und gilt bei uns als der Bezwinger von Windows Installer Xml.

Martin Kratsch engagiert sich für das Thema Projektmanagement mit dem Team Foundation Server und bringt mit seinen Java- und iOS-Kenntnissen Farbe in unser ansonsten von .NET geprägtes Team.

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